Was ist Hunger und welche Arten von Hunger gibt es

Hunger wird als das Gefühl der Nahrungsbedürftigkeit definiert. Dieses Gefühl entwickelt sich jedoch nicht immer während der Unterernährung. Menschen mit Essstörungen können auch nach dem Essen Hunger haben. Es ist zuverlässig bekannt, dass in den letzten 50 Jahren die Menge der von einer Person konsumierten Kalorien um 100 kcal - 400 kcal pro Tag zugenommen hat. Die Menschen begannen mehr verarbeitete Lebensmittel zu essen und sich weniger zu bewegen. Das Übergewicht ist zu einem globalen Problem geworden und die Kontrolle des Hungers ist ein aktuelles Thema in der Diätologie.


Wie entsteht Hunger?


Mechanismen der Hungerentwicklung sind komplizierter als es auf den ersten Blick scheinen mag. Das Gefühl von Hunger und Sättigung entsteht im Hypothalamus. Es gibt ein sogenanntes Food-Center. Es hat zwei Abteilungen - eine signalisiert das Bedürfnis nach Nahrung, die andere ist verantwortlich für das Sättigungsgefühl. Anders gesagt: wir fühlen der Hunger mit unserem Kopf, wo Signale durch Nervenimpulse und Blut aus dem Magen und Darm kommen.

Im Magen-Darm-Trakt wird das Essen verdaut und ins Blut absorbiert. Wenn wir die Blutwerte einer hungrigen und wohlgenährten Person vergleichen, dann sind die Blutwerte bei der letzten Person mit Verdauungsprodukten gesättigter. Der Hypothalamus ist empfindlich gegenüber Veränderungen in der Zusammensetzung des Blutes. Zum Beispiel können wir Hunger erleben, wenn die Zuckerwerte unter den Normalwert fallen.

Forscher untersuchen immer noch die Prozesse des Hungers. Erst im Jahr 1999 wurde das Hormon Ghrelin entdeckt. Es wird im Magen produziert und sendet ein Signal an das Gehirn über das Hungergefühl. Das zweite signifikante Hormon, das die Bildung eines Ernährungsbedürfnisses beeinflusst, ist Leptin - es wird im Fettgewebe produziert und sendet ein Signal an das Gehirn über Sättigung.


Arten von Hunger

Es gibt verschiedene Arten von Hunger: physiologischer, psychischer, gezwungener und Fastenzeit.

Physiologischer Hunger wird im Magen geboren. Er tritt auf, wenn es im Magen einen Mangel an Nahrung gibt. Viele übergewichtige Menschen warten nicht auf diesen Moment und befriedigen das Verlangen nach Essen. Diese Art von Hunger kann man aushalten. Zum Beispiel, wenn Sie Hunger unterwegs bekommen, versuchen Sie nicht, es zu befriedigen. Sie stimmen aber mit sich überein, dass Sie bei der Ankunft nach Hause essen werden.


Psychischer Hunger kann man mit dem Magen nicht fühlen, er wird im Kopf geboren und hat keine Verbindung mit dem Sättigungsgefühl. Diese Art von Hunger kann man nach dem Essen oder beim Anblick auf was Leckeres gefühlt werden. Das heißt, eine Person kann nicht verstehen, wann sie satt ist. Manche essen so viel bis sie Bauchschmerzen oder überfüllten Magen bekommen. Psychischer Hunger kann bei bestimmten Lebensmitteln auftreten. In diesem Fall haben die Leute die Ausrede, sie seien süchtig nach dem bestimmten Produkt. Nach dem Essen fühlt sich so eine Person schüchtern, schuldig oder beschämt. Bei einer Diät wird psychologischen Hunger häufig mit anderen Nahrungsmitteln befriedigt. Zum Beispiel: man hat ein starkes Verlangen nach Schokolade, aber unterdrückt es, indem man ein Kilogramm fettarmer Frischkäse isst. Im Wesentlichen ändert das nichts - psychischer Hunger wurde mit einem anderen Produkt befriedigt.

Zwangshunger kann eine Gruppe von Menschen umfassen. Die Geschichte kennt viele Beispiele. Der letzte Ausbruch von Massenhunger wurde 2011 in Ostafrika registriert, wo bis zu 100.000 Menschen an Erschöpfung starben. Dieses Phänomen kann wirtschaftliche, politische, religiöse oder gewalttätige Gründe haben. Die hungernden Menschen selbst haben nicht genügend Ressourcen, um den Nahrungsbedarf zu decken.

Fastenzeit ist freiwillig. Fasten wird auch der Zustand des Körpers genannt, der aus einem Mangel an Nährstoffen resultiert. Es ist bekannt, dass eine Person maximal zwei Monate ohne Nahrung leben kann. Wenn einige Arten des relativen Hungers, wie Fastentage oder religiöse Fastenzeit, dem Körper etwas nützen können, dann wirkt sich langfristiges Fasten auf die Psyche aus, verändert die Funktion der inneren Organe, verringert die Funktionen des Immunsystems und sollte sofort gestoppt werden.


Wie geht man mit dem Hungergefühl vor


Zwangsmassenhunger ist ein globales Problem der Menschheit. Wir können es nicht lösen, aber wir können den physiologischen und psychologischen Hunger kontrollieren.

Die Kontrolle von physiologischen Hunger ist der Schlüssel zum Gewichtsverlust. Um das Abnehmen angenehmer zu machen, müssen Sie:

  1. Bestimmen Sie für sich eine bequeme Anzahl von Mahlzeiten.
  2. Essen Sie genug Protein (Eiweiß)- bis zu 2 g pro Kilogramm Gewicht.
  3. Eiweiß und Kohlenhydrate müssen immer zusammen gegessen werden - gemischte Mahlzeiten helfen, ein Sättigungsgefühl zu erhalten.
  4. Essen Sie feste Nahrung - Flüssigkeiten werden schneller absorbiert.
  5. Reduzieren Sie nicht die Menge an Fett - Fette verlangsamen die Verdauung und tragen zu einer langfristigen Sättigung bei.
  6. Reduzieren Sie die Zuckeraufnahme auf ein Minimum - starke Schwankungen vom Zucker im Blut beeinflussen den Appetit.
  7. Verzichten Sie auf harte Diäten - kalorienarme Diäten machen Sie ständig hungrig und stören das Hormongleichgewicht.

Nachdem alle Bedingungen für die Kontrolle des physiologischen Hungers geschaffen sind, muss man sich um den psychologischen Hunger kümmern. Das wird helfen:

  1. Eliminieren Sie strenge Beschränkungen - schließen Sie «ungesundes Essen» in kleiner Menge in der Ernährung ein. Bei aktivem Gewichtsverlust sollte ihr Anteil 10 % der Kalorien nicht überschreiten.
  2. Reden Sie mit sich selbst - fragen Sie sich, ob Sie wirklich essen wollen, wie viel Sie essen wollen, und ob Sie schon satt sind. Hinter psychischem Hunger steckt häufig die Angst oder das Verlangen nach anderen Dingen. Kontaktieren Sie einen Psychologen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie alleine nicht zurechtkommen.
  3. Bestimmen Sie nach jeder Mahlzeit die Zeit des nächsten - Ihre Aufgabe ist es, bis zu diesem Zeitpunkt durchzuhalten, ohne irgendwelche Snacks zu essen. Achten Sie darauf, die Zusammensetzung und das Volumen der Lebensmittel im Voraus zu bestimmen, um nicht zu viel zu essen.

Hunger bringt Unbehagen. Tun Sie alles, was Sie können, um den Komfort zu erhöhen, denn je vielseitiger die Ernährung ist, desto weniger schädigt sie die Gesundheit und desto besser ist das Ergebnis.